Ich liebe meinen Job! (Buchrezension)

 

Auch ich bin teil dieser aufregenden Blogparade und erzähle im folgenden etwas über meinen Beruf und wie ich ihn wieder lieben gelernt habe!

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„Deine Arbeit muss immer von einem ganzen Team kontrolliert werden und wir haben weiß Gott nicht die Kapazität, dass 10 Menschen nur für dich verantwortlich sind.“

Meine Antwort: „Wenn ich so scheiße bin, warum kündigst du mich nicht einfach?!“

 

Der Weg zu diesen Worten war recht lang und brachte mich fast zur Verzweiflung. Ich bin 26, Grafikdesignerin und wohne und lebe seit 6 Jahren in Berlin. Zu Beginn meiner Karriere war ich in einem Start-up-Unternehmen tätig und immer im Wechsel für bis zu 3 Auszubildende gleichzeitig verantwortlich.

Ich hasste meinen Job, ich hasste mich selbst – wie ich war und mit meinen Menschen umgegangen bin. Schon immer hatte ich eine große Leidenschaft für das Designen, doch als ich in das richtige Berufleben startete, merkte ich schnell das acht Stunden am Stück „Kreativ-Sein“ alles andere als wirklich kreativ ist. Die Start-up Branche ist am Anfang noch aufregend, mit dem Blick auf schnelle Aufstiegschancen. Doch irgendwann wurde es zu meiner ganz persönlichen Hölle. Kein Tag verging mehr ohne, dass ich nicht aufstehen wollte, ohne dass ich mit Tränen an meinem Arbeitsplatz saß und mir meine Auszubildenden Mut zu reden mussten. Dann kam der Tag, an dem das dünne Fädchen riss. Damals ging es um eine Landesweite Printanzeige die mal eben hopp hopp gemacht werden musste – wie so vieles in meinem Beruf. Die Kreativität wurde mir förmlich ausgesogen und selbst der Key-Account-Manager hätte nun mehr Ahnung von „Gestaltungsregeln“ als ich sie wohl jemals gelernt habe. Ich habe ja schließlich nur Grafikdesign studiert. In dieser Zeit begann ich einfach alles schwarz zu malen und bei jeder Kleinigkeit fühlte ich mich angegriffen, nicht nur persönlich, sondern auch fachlich.

Damals hatte ich nicht den Mumm dazu diesen Job wieder lieben zu lernen. Ich schmiss alles hin und fühlte schnell eine große Erleichterung – aber auch große Angst davor, was nun auf mich zukommen wird. Das war die Geburtstunde meines Blogs. Ich baute etwas auf, das nur mir gehörte; bei dem ich von A-Z alles allein entscheiden durfte. Projekte, die mein Interesse nicht weckten, brauchte ich nicht länger anzunehmen, genauso wenig wie irrsinnige Arbeitsanweisungen zu befolgen. Auf diesem Wege fand ich auch wieder die Liebe an dem kreativen Beruf zurück. Mir fiel endlich wieder ein, weshalb ich überhaupt in der Designbranche Fußfassen wollte.

Doch was hat sich geändert? Was mache ich jetzt anders?

Der Knackpunkt liegt im „24/7 Agenturleben“, bei dem 1000%-es Kreativ-Sein abverlangt wird. Ideen und bunte Bildchen sollen auf Knopfdruck produziert werden und das am besten im Fließbandtempo. Dieser Belastung habe ich mich entledigt, indem ich einem etablierten Unternehmen beigetreten bin. In einem gefestigten Team zu arbeiten nimmt den Druck eines Einzelnen. Steht Ärger ins Haus, dann heißt es nicht: „Du hast das Projekt gegen die Wand gefahren!“, sondern „Wie können WIR GEMEINSAM in Zukunft solche Fehler verhindern?“. Durch diesen Teamgeist erlangte ich ein Stück meines verloren gegangenen Selbstbewusstseins zurück. Ich habe gelernt konkrete Angelegenheit direkt und offen anzusprechen, sodass erst gar kein Kummer aufkommen kann, der mich wieder dazu verleitet, alles „schwarzuzumalen“. Außerdem betrachte ich Kritik nun auch von mehreren Blickwinkeln und nicht nur von einer Seite.

 

Das Buch von Alexandra Götze „Ich liebe meinen Job! Dachte ich jedenfalls…“ nimmt auf ehrliche und witzige Weise den Arbeitsalltag auf und verpackt ihn in ein wundervolles Buch, das zum Nachdenken anregt. Durch eigene Erfahrungen, kann man sich recht lebhaft den Büroalltag von Bea vorstellen. Mit Witz und Charme führt sie ihr Arbeits-Tagebuch und gewährt somit Einblick in ihr Leben. Danke der authentischen Schreibweise kann man sich leicht in den Charakter hineinversetzen. Alles in allem: Ein Muss für alle die in ihrem Berufleben nicht zu 100% zufrieden sind und die einfach mal einen Denkanstoss brauchen.

 

Das Buch könnt ihr online bei Amazon, Thalia und Hugendubel erwerben. Reinschauen lohnt sich!

 

 

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